Aufbruch aus Deutschland

Es ist jetzt bald soweit. Bald werde ich ausreisen. Bald Deutschland, meine Heimat hinter mir lassen und für 11 Monate nach Indien gehen.
Ich wurde oft gefragt:“ Paul warum Indien? Warum tust du dir das an?“
Vorweg: wahrscheinlich genau deswegen. Ich hatte in meinem Leben schon das Vergnügen Indien gesehen zu haben. Ich fand das Land sehr schön, herzlich und einladend, wenn man mit dem Klima kein Problem hat. Aber  das ist mein Eindruck, der nach zwei Wochen Urlaub entstanden ist. Ich würde diesen als sehr oberflächlich und unvollständig bezeichnen.
Ich würde sage, dass ich mir unter dem Stichwort Indien mehr vorstellen kann als jemand der in seinem Leben Europa noch nie verlassen hat, jedoch sehe ich mich nicht in der Lage die politische, soziale, gesellschaftliche, religiöse ect. Situationen dort einzuschätzen. Die meisten die mich fragen warum ich mir „Indien antun“ möchte tun genau dies und reduzieren ein Land auf einen Bruchteil von dem  was beachtet werden sollte. Ich möchte vorurteilbehaftetes Denken überhaupt nicht Verurteilen. Ich verbinde Indien in meinem Kopf mit dem was ich bisher in meinem Leben von diesem Land gehört oder gesehen habe  und ordne es dann in eine bestimmte Schublade ein. Ich denke also nicht anders und ich glaube, man kann sich diese Denkweise auch nicht abgewöhnen.
Was man meiner Meinung jedoch tun kann ist, sein Bild von dem Land, der Person oder was auch immer grade zu bewerten und einzuschätzen ist, so gut zu erweitern und zu vertiefen wie es geht. Ich kann meine Denkweise nicht umkrempeln, also versuche ich dafür zu sorgen, dass mein Bild so wahrheitsgetreu und rational wie möglich ist.
Auf diese Weise versuche ich zum einen mein Bild von Indien und allem was dazugehört zu verschärfen, aber auch bei mir und meinen Mitmenschen ein Bewusstsein dafür zu entwickeln nicht alles nur nach dem ersten Eindruck zu bewerten.

Ich fand Indien beim ersten Mal energisch, sehr schön und einladend, wenn auch sehr ungewohnt, aber vor allem hat es mich neugierig gemacht.
Warum also Indien: Ich will in keinem Land meinen freiwilligendienst leisten, welches Deutschland im Hinblick auf Struktur, Politik und Wirtschaft ähnelt. Ganz im Gegenteil suchte ich einen möglichst großen Kontrast, in der Hoffnung, eine neue Sichtweise aufs Weltgeschehen zu entwickeln.
So war ich auf jeden fall neugierig und wollte auf jeden Fall mehr von dem Land lernen, an dessen Oberfläche ich bis jetzt lediglich gekratzt hatte.

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Ein Kommentar zu „Aufbruch aus Deutschland

  1. Ich finde du hast sehr schöne Worte gewählt um das zu beschreiben was wir vorhaben: Unsere Sichtweisen erweitern 🙂 Ich hoffe du hast eine tolle Zeit in Indien und bin gespannt was du so zu erzählen hast 🙈

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